Weiterbildung in Kinder- und Jugendlichenpsychoanalyse DPV/IPA
(Stand Mai 2010)
Kontaktadressen: | ||
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Leiterin der Weiterbildung: | Dipl.-Psych. Angelika STAEHLE | |
Sekretariat zAA: | Marlis SILL |
Die theoretischen Seminare/Blockseminare für die Weiterbildung in Kinder- und Jugendlichenpsychoanalyse werden an folgenden Instituten angeboten: Berlin, Frankfurt, Freiburg, Gießen Heidelberg-Karlsruhe, Köln-Düsseldorf, Leipzig und Mainz. Weitere Institute werden folgen.
Allgemeiner Hinweis
Die Weiterbildung in Kinder- und Jugendlichenpsychoanalyse richtet sich an alle DPV-Mitglieder, die sich in der Psychoanalyse von Kindern- und Jugendlichen weiterbilden wollen. DPV-Erwachsenenpsychoanalytiker qualifizieren sich nach Abschluss der Weiterbildung für die Anerkennung als Kinder- und Jugendlichenpsychoanalytiker durch die IPV.
Die Kinder- und Jugendlichenpsychoanalyse hatte lange Zeit sowohl in der DPV als auch in der IPV keinen Platz. Im Rahmen der IPV setzten mit der Gründung des Komitees für Kinder- und Jugendlichenpsychoanalyse (COCAP) im Jahre 1997 verstärkt Bemühungen ein, ihr eine größere Anerkennung und Verbreitung zu verschaffen. In Deutschland wurde die Entwicklung der Kinderanalyse durch die Nazizeit jäh unterbrochen. Im Berlin der zwanziger Jahre haben wir noch die Entstehung eines kinderanalytischen Zentrums zu verzeichnen. Als in Berlin 1950 die DPV gegründet wurde, wurde auf die kinderanalytische Vorgeschichte kein Bezug genommen und sie fand auch in den Ausbildungsrichtlinien der DPV/IPV keine Aufnahme. Erst in den Jahren 2005-2006 gelang der Aufbau und die Aufnahme einer formalisierten kinderanalytischen Weiterbildung in die DPV, die im Jahre 2007 durch die IPV anerkannt wurde.
Warum Weiterbildung in Kinder- und Jugendlichenpsychoanalyse?
Die Kinderanalyse ist keinesfalls nur eine bloße Anwendung der Psychoanalyse, sondern sie ist eine Realisierung der Psychoanalyse neben der Erwachsenenanalyse. Was beide gemeinsam haben, ist die psychoanalytische Methode der Erkenntnisgewinnung. Die psychoanalytische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen weist jedoch ganz spezifische Charakteristika auf, die den Analytiker mit der Anforderung konfrontiert, dass die nonverbale und verbale Kommunikation auf sehr verschiedenen Ebenen, der, der Spiele, der Interaktionen, der Zeichnungen und anderer Gestaltungen und des Gesprächs, stattfindet. Die dazu notwendige Fähigkeit verschiedene „Sprachen“ zu verstehen und damit „spielen“ zu können, ist auch für die analytische Arbeit mit schwer kranken erwachsenen Patienten hilfreich, da diese oft auf diese Ausdrucksweisen zurückgreifen. Eine weitere Besonderheit gibt es in der psychoanalytischen Arbeit mit Kinderpatienten: Sie alle haben Eltern, (oder leben in anderen Familienkonstellationen), von denen sie in vielfältiger Weise abhängig sind. In der Analyse gibt die signifikante Präsenz der Eltern viele Gelegenheiten für Übertragungsabspaltungen und Projektionen. Der Analytiker muss in der Lage sein, diese Phänomene wahrzunehmen und sie angemessen zu bearbeiten. In der psychoanalytischen Arbeit mit erwachsenen Patienten, die Eltern sind, eröffnen sich über ihre Assoziationen zu ihren Kindern, Zugänge zu dem ergiebigen Feld ihrer Phantasien über ihre Elternschaft. Die durch die Weiterbildung erworbenen Erfahrungen und Kompetenzen sind daher in vielfältiger Weise für die psychoanalytische Arbeit mit allen Altersstufen förderlich.
Richtlinien für die Weiterbildung in Kinder- und Jugendlichenpsychoanalyse DPV/IPA
(Stand Oktober 2008)
Voraussetzungen für die Anerkennung als Kinder- und Jugendlichen-Psychoanalytiker in der DPV/IPA sind:
I. Mitglied der DPV/IPA
II. Nachweis regelmäßiger Teilnahme an einem theoretischen Lehrprogramm, das von den einzelnen DPV-Instituten nach deren lokalen Gegebenheiten (evt. auch in Blockform in Zusammenarbeit mit anderen DPV/IPA-Instituten) speziell für die Ausbildung in Kinder- und Jugendlichen-Psychoanalyse angeboten wird und folgende Inhalte abdecken sollte:
a) Entwicklungspsychologie (empfohlen in Verbindung mit Säuglings-, Kleinkindbeobachtung)
b) Psychopathologie im Kindes- und Jugendlichenalter (incl. Psychiatrische Erkrankungen)
c) Theorien zu neurotischen Fehlentwicklungen und anderen Entwicklungsstörungen im Kindes- und Jugendlichenalter
d) Technik der Erstinterview
e) Diagnostik und Indikation
f) Technik der Elterngespräche
g) Technik der Kinder- und Jugendlichen-Psychoanalyse
h) Ethische Prinzipien und Verfahren (die speziell die Behandlung von Kindern und Jugendlichen betreffen).
III. Die psychoanalytische Behandlung von mindestens zwei Fällen verschiedener Altersstufen (Underfives, Latenz, Adoleszenz) und vorzugsweise verschiedenen Geschlechts in einem hochfrequenten Setting von 4 Stunden pro Woche (entsprechend den Frequenz-Vorgaben der DPV für das Erwachsenenalter) kontinuierlich über mindestens ein Jahr mit wöchentlicher Supervision mit mindestens 40 Sitzungen durch DPV- oder IPA-anerkannte Kinder- und Jugendlichen-Psychoanalytiker, die vom zAA der DPV dazu beauftragt wurden. Die Supervisionen sollen bei mehreren Supervisoren erfolgen. Sind Supervisionsmöglichkeiten am Ort in nicht ausreichender Zahl vorhanden, ist Supervision auch per Telefon möglich. Sehr empfohlen wird die Behandlung eines dritten Falles, um Erfahrung in allen Altersstufen nachweisen zu können.
IV. Nachweis der regelmäßigen Teilnahme an Fallseminaren, auf denen alle Formen klinischer Arbeit (auch Elternarbeit) vorgestellt werden, die wöchentlich oder – wo dies nicht angeboten werden kann – in Blockseminaren auch in Zusammenarbeit mit anderen DPV/IPA-Instituten durchgeführt werden. Die Supervision und die Teilnahme an technischen Seminaren sollte ein Minimum von 40 Stunden betragen.
V. Abschluss des Trainings durch
a) Erfolgreiche Darstellung und Diskussion einer hochfrequenten Behandlung eines Kindes oder Jugendlichen auf einer DPV-Tagung vor einer vom zAA der DPV eingesetzten Prüfungskommission aus 3 Kinder- und Jugendlichen-Psycho- analytikern, und DPV-Mitgliedern, die überwiegend nicht aus dem Heimatinstitut des Vortragenden stammen.
b) Die Falldarstellung kann auch während einer Fortbildungswoche in Kinder- und Jugendlichenpsychoanalyse im Ausland erfolgen, wenn sie von Mitgliedern einer IPA Gesellschaft organisiert wird. In der Prüfungskommission muss 1 Kinder- und Jugendlichen-Psychoanalytiker mitwirken, der vom zAA der DPV zur Supervision für Kinder- und Jugendlichenanalyse beauftragt wurde. Auch die beiden anderen Prüfer müssen die zuvor genannten Qualifikationen erfüllen. Die Zusammen- setzung der Prüfungskommission muss mit dem zAA der DPV abgestimmt werden.
VI. Für eine Übergangszeit von 6 Jahren nach Verabschiedung dieser Richtlinien durch den zAA und die Mitgliederver sammlung sollen Übergangsregelungen mit Einzelfallprüfung für jene Kollegen gelten, die bereits Teile der Ausbildung durch Eigeninitiative vor Einführung der Richtlinien absolviert haben, so dass es für sie eine unzumutbare Härte dar- stellen würde, das volle Trainingsprogramm zu durchlaufen. Die Übergangsregelung hat jedoch sicherzustellen, dass auch in diesen Einzelfällen die IPA Anforderungen erfüllt werden.
Die unter III geforderten Bedingungen müssen erfüllt sein. Die Anerkennung der theoretischen und kasuistischen Seminare erfolgt in Einzelfallprüfung durch eine Kommission, die aus 3 Kinder- und Jugendlichenpsychoanalytikern zusammengesetzt ist und vom zAA bestätigt wird.
Ein hochfrequenter Behandlungsfall muss vor einer Kommission und zu den Bedingungen, wie unter V. festgelegt, erfolgreich dargestellt und diskutiert werden.
Liste der DPV/IPA Supervisoren (12 KB)
Liste der DPV Supervisoren (12 KB)
Weitere Informationen
Das Weiterbildungsverhältnis
Verantwortlich für die Durchführung des Trainings ist der zentrale Ausbildungsausschuss der DPV. Er entscheidet über die Anerkennung von Lehrveranstaltungen und durchgeführten Behandlungen unter Supervision.
Die angebotenen Veranstaltungen finden überregional statt - Informationen über Curricula und Veranstaltungstermin an den einzelnen Instituten stehen unter www.dpv-psa.de (Termine, Links zu den Instituten) zur Verfügung.
Fortbildungswoche
Jedes Jahr findet eine Fortbildungswoche in Kinder- und Jugendlichenpsychoanalyse in Sils Maria/Schweiz statt (www.silserwoche.eu), die von Mitgliedern einer IPA Gesellschaft organisiert wird. Die Teilnahme gilt als Baustein des Trainings und wird sehr empfohlen.
Kolloquien
Die Weiterbildung endet mit einer schriftlichen Arbeit, die in einem Abschlusskolloquium vorgestellt wird, und kann sowohl während den Arbeitstagungen der DPV (im Frühjahr und Herbst) stattfinden oder aber während der oben erwähnten Fortbildungswoche. Der Anmeldetermin für die Abschlussprüfung ist in der Regel 4 Monate vor dem Prüfungstermin - ein Merkblatt über das genaue Procedere steht zur Verfügung.l
Die Prüfungskommission entscheidet über die Qualifikation. Die Kandidaten erhalten ein entsprechendes Zertifikat von der DPV/zAA, anschließend beantragt die zAA-Leitung die Anerkennung durch die IPA.
(Anmeldeformulare siehe Mitgliederbereich-zAA-Formulare)
Gebühren
Für die Weiterbildungsteilnehmer entstehen folgende Kosten:
- Honorare für die Supervision, die zwischen den Teilnehmern und den Psychoanalytikern zu vereinbaren sind.
- Für die Teilnahme an den verschiedenen theoretischen Seminaren in den Instituten wird die übliche Gebühr für Gasthörer erhoben.
- Prüfungsgebühr 200 € (Kolloquium)

