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Überblick

Die Deutsche Psychoanalytische Vereinigung (DPV) wurde 1950 neu gegründet. Mit ihren Wurzeln, die bis zur ersten Gründung eines psychoanalytischen Instituts 1908 in Berlin zurückgehen, ist sie heute die größte eigenständige deutsche psychoanalytische Organisation.

Mit unseren Informationen richten wir uns an Studierende und Postgraduierte (Aus Gründen der sprachlichen Vereinfachung verwenden wir in dieser Broschüre durchgängig das generische Maskulinum. Gemeint sind immer Angehörige beiderlei Geschlechts.), die sich für eine psychoanalytische Ausbildung interessieren – oder zunächst einmal nur wissen wollen, was überhaupt Psychoanalyse heute ist und wie eine psychoanalytische Ausbildung zum psychologischen oder ärztlichen Psychotherapeuten aussieht.

Bei dem Gedanken an eine solche Ausbildung fühlen sich einige abgeschreckt: zu aufwendig, zu teuer, und die Psychoanalyse sowieso veraltet und auf dem Abstellgleis der wissenschaftlichen Entwicklung angekommen. Nachfolgend nehmen wir solche Fragen auf, vermitteln Ihnen unsere Sichtweise und stellen Ihnen Informationen zur Meinungsbildung zur Verfügung. Mark Twain reagierte einmal auf eine vorzeitige Todesmeldung, ihn betreffend, mit den Worten: „Die Nachrichten über mein Ableben sind krass übertrieben“, treffender lässt es sich auch für die Psychoanalyse nicht sagen.

Zu aufwendig? Der erste Beitrag stellt diesen Einwand in den Kontext unserer Zeit mit ihren Ansprüchen an Beschleunigung und effizienzorientiertes ökonomisches Denken. Vor diesem Hintergrund könnte der Aufwand, den wir in der psychoanalytischen Ausbildung für uns selbst und unsere Patienten leisten, gerade umgekehrt darauf verweisen, dass wir aus diesem uns als Fortschritt angebotenen Hamsterrad herauskommen müssen, wenn wir wirklich etwas bei uns und bei unseren Patienten verändern wollen. Klinisch anschaulich wird das in dem sich anschließenden Fallbeitrag: Eine Studentin stellt sich bei einer niedergelassenen Psychoanalytikerin mit einer schweren depressiven Symptomatik vor. Die Analytikerin beschreibt den diagnostischen Prozess auf der Grundlage des Erstgesprächs, der einen inneren Raum für die Behandlung öffnet, und wie daraus eine insgesamt vier Jahre dauernde produktive, entwicklungsfördernde Analyse entsteht.

Woran orientiert sich die Analytikerin in diesem emotional intensiven Prozess? Da ist natürlich einmal ihr psychoanalytisches Theoriewissen. Was Psychoanalyse in dieser Hinsicht heute bedeutet, stellt der dritte Beitrag dar. Dabei wird das Augenmerk auf den oft zu hörenden Vorwurf gerichtet, Psychoanalyse, das sei ja nur Freud und der sei nun heute wirklich veraltet, ja mausetot. Mark Twains Bemerkung ließe sich auch hier zitieren: Es gibt viele gute sachliche Gründe, warum Freuds Erbe noch heute lebendig ist. Dass das nicht den ganzen Horizont der zeitgenössischen Psychoanalyse absteckt, ist ein weiteres Thema: Sie entwickelt sich mit und ohne Freud über ihn hinaus.

Woran sich die Analytikerin orientiert, das ist natürlich mehr als nur die Theorie, es ist ihr Wissen über sich, das sie in ihrer Lehranalyse in der Ausbildung durch eigene Erfahrung erworben hat, und es ist ihr behandlungspraktisches Wissen, grundgelegt in den Supervisionen ihrer ersten eigenen Behandlungen während der Ausbildung. Neben der Theorie sind Lehranalyse und Supervision die zentralen Ausbildungsbestandteile. Auf sie geht der vierte Beitrag ein, der zugleich die Geschichte der DPV und ihre Einbindung in die Internationale Psychoanalytische Vereinigung (IPV) darstellt.

Zu teuer? Das ist ein häufig zu hörendes Vorurteil, wird aber dadurch nicht wahrer. Darüber informiert, auch mit Hinweisen auf detailliert vorliegende Rechnungen, die auf der Homepage der DPV zugänglich sind, ein Überblick über die Ausbildungskosten. Zu teuer? Dazu last but not least: Wie fühlt sich eine psychoanalytische Ausbildung von innen an, wenn man mitten in ihr steckt? Der letzte Beitrag unserer Broschüre stammt von einer Ausbildungsteilnehmerin, die die Vorteile und Perspektiven beschreibt, welche sie persönlich mit der DPV verbindet. Dass wir mit einem solchen Blick mittendrin von innen nicht eine objektive Bestandsaufnahme präsentieren, ist klar. Trotzdem glauben wir, dass er eine realistische Darstellung des lebendigen Geists der Psychoanalyse in der DPV und der institutionellen Zukunftsperspektiven vermittelt.

 

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