Literaturrecherche im Internet

Online Literatursuche - Nützliche Startadressen

Suche bei der American Psychoanalytic Association

Leitfaden Literaturrecherche

Ausgangspunkt:

In einer methodisch klaren Literaturrecherche – bspw. für ein Review – sollten folgende Schritte unternommen werden:

  1. Auswahl von Datenbanken, in denen zweckmäßig zu recherchieren ist, z.B. pubmed, Psychinfo, psyclit, ssci...
  2. Auswahl der konkreten Suchbegriffe (alle; wenn mit Trunkierungen (Abkürzungen) gearbeitet wird, dann diese auch angeben)
  3. Eingrenzung der Suche (Auswahl des zu untersuchenden Erscheinungszeitraums von Publikationen, Art der Publikationen, Sprachen)
  4. Beschaffung der Publikationen
  5. Allgemeines über die Suche über Suchmaschinen und Angebote im «public“Internet
  6. Autoren

Die Angabe der genannten Parameter wird von den jeweiligen Autoren (als Experten) vorgenommen.

1. Datenbanken (eine Auswahl)

1. PubMed: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi
(kostenfrei im Netz)

Pubmed – ein Service der National Library of Medicine, umfasst über 15 Millionen Artikel im Bereich der Biomedizin ab 1950. Die Artikel stammen zum größten Teil aus der bekannten medizinischen Literaturdatenbank MEDLINE und anderen wissenschaftlichen life science Zeitschriften. Teilweise wird nur der abstract, zunehmend aber auch links zu den Volltextzugriffen bereitgestellt. Die Suche wird wahlweise nach Autoren, Stichwörtern, Journaltiteln usw. ausgeführt.

 

2. Psychindex: www.zpid.de
(kostenfrei im Netz)

Nachweise und abstracts psychologischer Publikationen und audiovisuelle Medien von Autoren aus deutschsprachigen Ländern. Sinnvoll, wenn nur nach deutschen Autoren gesucht wird.

 

3. Psychinfo: www.apa.org/psycinfo/
(kostenpflichtig / silverplatter)

Psychinfo enthält Nachweise und abstracts internationaler psychologischer Publikationen, bereitgestellt von der APA. Die Datenbank umfasst ca. 2 Millionen Referenzen psychologischer Literatur seit 1800 - Zeitschriften, Bücher, einzelne Kapitel, Technische Berichte und Dissertationen. Die Suche kann hinsichtlich der Art der Literatur eingeschränkt werden (z.B. nur „peer reviewed article“). Ebenfalls besteht teilweise nur Zugriff auf abstracts, aber zunehmend auch auf Volltexte.

 

4. SCOPUS : www.scopus.com
(kostenfrei im Netz, zumindest bis 12/05)

Scopus verwertet abstracts, Quellenverweise und Stichwortverzeichnisse im Bereich der Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie der Medizin aus ca. 14.000 Zeitschriften und Büchern ab 1966. Scopus wird täglich aktualisiert, bietet eine nahtlose Verlinkung zu Volltext-Artikeln. Auch rein elektronisch erscheinende Zeitschriften sind enthalten. Scopus behauptet von sich selbst, die weltgrößte Literaturdatenbank zu sein.

 

5. ERIC: www.eric.ed.gov
(kostenfrei im Netz)

Nachweise und Abstracts internationaler pädagogischer Literatur. Die Datenbank wird bereitgestellt vom U.S. Dept. of Education, Educational Resources Information Center.

 

6. Jourlit/Bookrev Databases: www.apsa.org/lit/
(kostenfrei im Netz)

Nachweise und Abstracts internationaler psychoanalytischer Literatur, keine Verlinkung zu den Volltexten. Die Datenbank wird bereitgestellt von der American Psychoanalytic Association.

 

7. Social Sciences Citation Index (SSCI) : www.isinet.com/products/citation/ssci/index.html
(kostenfrei im Netz)

Der SSCI wertet als Zitierindex internationale Zeitschriften und Monographien zu den Sozialwissenschaften aus (Über 500.000 bibliographische Zitate ohne Abstracts von Artikeln aus ca. 1.400 Zeitschriften). Der Zitierzusammenhang weist aus, wo die gesuchte Literatur zitiert wurde und wo sie selbst zitiert hat (der vielgerühmte IMPACT-Faktor). Artikel ab 1956 stehen zur Verfügung.

2. Angabe von Suchbegriffen/keywords

Sinnvolle Stich- und Schlagwörte (keywords) werden am besten iterativ erarbeitet:

ersten Suchbegriff überlegen » in den gefundenen abstracts nach treffenderen/stärker einschränkenden Suchbegriffen, evt. Synonymen suchen => daraus entsteht eine Auswahl an Suchbegriffen Trunkieren (abkürzen) – i.d.R. mit „*“ oder „?“ (leider nicht gleich in allen Datenbanken): d.h. Begriffe werden abgekürzt und darüber steigt die Trefferzahl: z.B. „depressi*“ => Treffer werden sein: sowohl „depression“ als auch „depressive“ Logisches Verknüpfen von den Suchworten mit: UND, ODER, , NICHT – meist englisch: AND, OR, NOT, NEAR

AND: Ergebnisse enthalten beide Suchbegriffe
OR: Ergebnisse enthalten einen der beiden Suchbegriffe.
AND NOT: Ergebnisse enthalten alle den ersten Suchbegriff – aber nicht den Zweiten.
NEAR: Ergebnisse enthalten beide Suchbegriffe in einem Satz

3. Eingrenzung der Suche

Auswahl eines bestimmten Zeitraumes (oft am Beginn einer Suche sinnvoll – nur die letzten Jahre einzugrenzen und sich in weiteren Suchen zeitlich erweitern) Auswahl des Mediums => z.B. nur Dissertationen, nur Bücher, nur Artikel („peer reviewed“) Auswahl der Sprache (cave: manchmal ist der abstract in englischer Sprache in der Datenbank und der Text ist in schwedisch, lettisch, finnisch... )

4. Beschaffung der gefundenen Artikel

5. Allgemeines über die Suche über Suchmaschinen und Angebote im "public" Internet (also nicht ausschließlich wissenschaftlich)

i.d.R. zu umfangreiche und unspezifische Ergebnisse, um wirklich damit arbeiten zu können

Autoren

Dipl.-Psych. Yvette Barthel
Universität Leipzig
Selbständige Abteilung Sozialmedizin
Psychosoziale Beratungsstelle für Tumorpatienten und Angehörige

Riemannstr. 32
04107 Leipzig

tel.: (0341) 97 15 441
fax: (0341) 97 15 419
email: yvette.barthel(at)medizin.uni-leipzig.de
www: www.uni-leipzig.de/~sasm