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15. bis 17. März
Postgraduierten-Seminar in Schwanenwerder bei Berlin 

Sigmund Freud

Ein neuer Witz wirkt fast wie ein Ereignis von allgemeinem Interesse; er wird wie die neueste Siegesnachricht von dem einen dem anderen zugetragen.

1905c, Der Witz und seine Beziehung zum Unbewussten, GW 6, S. 13

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Psychoanalysis and the External World: A contribution to understanding the use of racist mechanisms

Psychoanalytic theory focuses on development within the family, and its models usually shed light on the struggles we encounter more generally in the outside world. However, beginning with Frantz Fanon’s observations, it has become clear that our theories do not account adequately for the experience of disempowered out-groups, such as immigrants, against whom racist mechanisms are readily deployed.

In this presentation I shall describe the model of internal racism, which is a clinically based account of the othering mechanisms employed in relation to the out-group. These mechanisms are structurally different to the othering processes involved in the self-other relationship and in the Oedipal configuration. I argue that our relationship with the out-group is embedded in a paranoid, us-them, defensive structure that produces fantasies about the out-group that are passed off as fact. This, in turn, justifies how they are to be treated. These constructions can then be imposed on the out-group member with the full force of projective identification. This can be difficult to bear, which I will illustrate using as an example the retirement from international football of Mesut Özil.

I suggest the internal racist structure is a universal feature of the mind, and will consider how this conceptualisation may help us to understand why it is so difficult to engage constructively and effectively with the intolerance displayed towards immigrants and minority group members, when we too can become easily drawn in and end up in a polarised us-them mindset.

Übersetzung von A. Vaihinger:

Im Fokus der psychoanalytischen Theorie steht die Entwicklung innerhalb der Familie, ihre Modelle erhellen in der Regel, mit welchen Auseinandersetzungen wir es im Allgemeinen in der Außenwelt zu tun haben. Wie spätestens seit Frantz Fanons (1952) Beobachtungen klar geworden ist, reichen unsere Theorien allerdings nicht aus, um zu verstehen, welche Erfahrungen machtlose Fremdgruppen (‚out-groups‘), wie beispielsweise Immigranten, häufig machen, wenn sie rassistischen Mechanismen ausgesetzt sind.

In diesem Vortrag möchte ich, ausgehend von klinischen Erfahrungen, das Modell des inneren Rassismus beschreiben, mit dem die fremdmachenden (‚othering‘) Mechanismen aufgezeigt werden, die gegenüber einer Fremdgruppe angewandt werden. Diese Mechanismen unterscheiden sich strukturell von den Prozessen des Fremdmachens, die an der Beziehung zwischen Selbst und Anderem und an der ödipalen Konfiguration beteiligt sind. Nach meiner Auffassung ist unsere Beziehung zur Fremdgruppe in eine paranoide – ‚Wir und Sie‘ – Abwehrstruktur eingebettet, die Phantasien über die Fremdgruppe entstehen lässt, die als Fakten weitergegeben werden, die wiederum zur Rechtfertigung für den Umgang mit dieser Gruppe dienen. Diese Konstruktionen können dann mit der ganzen Macht projektiver Identifizierungen jedem aus der Fremdgruppe auferlegt werden. Das kann schwer auszuhalten sein, wie ich am Beispiel von Mesut Özils Rückzug aus dem internationalen Fußball zeigen möchte.

Ich halte eine innere rassistische Struktur für ein universelles psychisches Merkmal und möchte darlegen, wie diese Konzeptualisierung uns zu verstehen helfen könnte, warum es so schwierig ist, sich konstruktiv und effektiv der Intoleranz entgegenzustellen, die Immigranten und Minderheiten entgegengebracht wird, wenn auch wir selbst so leicht in ein polarisierendes Wir-Sie-Denkmuster hineingezogen werden und darin steckenbleiben können.

 

 

Schweigen zwischen Schuld und Trauma

Der Vortrag handelt von dem Schweigen, das einer Tat oder einem Trauma folgt, von seinen Gründen und den Auswirkungen auf die Nachkommen der ursprünglich Betroffenen. Anhand der analytischen Behandlung des Enkels eines vermeintlichen Täters aus dem zweiten Weltkrieg und der analytischen Behandlung der erwachsenen Tochter eines Kriegsflüchtlings zeigt die Vortragende ihren analytischen Weg von den Symptomen und der Übertragung-Gegenübertragungsdynamik hin zu den hintergründigen Entwicklungsstörungen, die das Schweigen als Ausdruck einer vermiedenen Auseinandersetzung mit Schuldgefühlen zur Folge hat.

Bleibende Veränderungen versus sich auflösende Stabilität

Ausgehend von der Beobachtung zunehmend autoritärer Tendenzen in vielen Ländern Europas, widmet sich dieses Paper der Suche nach Ursachen, ihrer Analyse und dem möglichen Beitrag der Psychoanalyse bei der Erarbeitung von Lösungen. Die sich auflösende gesellschaftliche Stabilität führt insbesondere in den westeuropäischen Staaten zu Ängsten und Unsicherheit. Anhand eines Fallbeispiels wird gezeigt, wie sich Ängste auf das Individuum auswirken und wie ihnen in der psychoanalytischen Arbeit begegnet werden kann.

Für die ehemals kommunistischen Staaten Europas wiederum präsentiert das Paper die Ergebnisse einer empirischen Studie, die einen möglichen Einfluss totalitärer Regime auf die Persönlichkeitsstruktur untersucht. Anhand des Fallbeispiels und der empirischen Studie wird der Frage nach der Übertragbarkeit der Erkenntnisse vom Individuum auf gesellschaftliche Phänomene nachgegangen. Abschließend wird die Rolle der Psychoanalyse im öffentlichen Diskurs zu autoritären Entwicklungen thematisiert.

Aktuelles

Die DPV lädt im Rahmen ihrer Herbsttagung 2018 mit dem Thema "Es bleibt anders – Psychoanalyse im gesellschaftlichen Spannungsfeld" ein zu einer

Öffentlichen Lesung

Dr. Verena Boos / Rottweil
Lesung aus Ihrem Buch: „Blutorangen”

Moderation: Adelheid Höche, Gießen

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